WHO-Leitlinien für Innenraumluftqualität: Feuchtigkeit und Schimmel
Zusammenfassung der „WHO Guidelines for Indoor Air Quality: Dampness and Mould" (WHO-Regionalbüro für Europa, 2009)
Worum es in der Leitlinie geht
Die WHO veröffentlichte diese Leitlinie, nachdem eine internationale Expertengruppe die vorhandene wissenschaftliche Literatur zu Feuchtigkeit, mikrobiellem Wachstum und Gesundheitseffekten in Innenräumen systematisch ausgewertet hatte. Ziel war es, weltweit anwendbare Empfehlungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit zu formulieren – unabhängig von Klimazone oder wirtschaftlicher Entwicklung eines Landes.
Die Leitlinie betont, dass Menschen einen Großteil ihrer Zeit in Innenräumen verbringen und dass Feuchtigkeitsschäden hunderte Arten von Bakterien und Pilzen begünstigen können, sobald ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.
Was die wissenschaftliche Beweislage zeigt
Die Expertengruppe kam zu dem Schluss, dass ausreichend epidemiologische Belege aus verschiedenen Ländern und Klimazonen vorliegen, um zu zeigen: Bewohner feuchter oder schimmelbelasteter Gebäude haben ein erhöhtes Risiko für Atemwegsbeschwerden, Atemwegsinfekte und eine Verschlechterung von Asthma. Einige Hinweise deuten zusätzlich auf ein erhöhtes Risiko für allergische Rhinitis hin.
Wichtig: Die Leitlinie betont, dass die steigende Häufigkeit von Asthma und Allergien in vielen Ländern die Zahl der Menschen erhöht, die für die Auswirkungen von Feuchtigkeit und Schimmel besonders anfällig sind.
Wie verbreitet ist Feuchtigkeit in Innenräumen?
Nach Angaben der Leitlinie schwankt die Häufigkeit feuchtigkeitsbelasteter Innenräume stark – abhängig von Land, Kontinent und Klimazone.
In bestimmten Regionen wie Flusstälern oder Küstengebieten fällt die Belastung laut Leitlinie noch deutlich höher aus als im jeweiligen nationalen Durchschnitt.
Wodurch Feuchtigkeit in Gebäuden entsteht
Die Leitlinie beschreibt, dass Feuchtigkeit meist nicht durch einzelne dramatische Ereignisse wie Rohrbrüche oder Überschwemmungen entsteht, sondern überwiegend durch einströmende Luft – etwa durch die Gebäudehülle eindringende Außenluft oder durch die alltäglichen Aktivitäten der Bewohner (Kochen, Duschen, Wäschetrocknen).
Die zentralen Empfehlungen der WHO
Kernaussage der Leitlinie
Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung gesundheitlicher Folgen ist die Prävention beziehungsweise Minimierung anhaltender Feuchtigkeit und mikrobiellen Wachstums in Gebäuden. Da keine sicheren Grenzwerte existieren, gilt: Feuchtigkeitsschäden sollten grundsätzlich vermieden und bei ihrem Auftreten konsequent behoben werden – unabhängig davon, wie stark sie im Einzelfall "gemessen" werden können.
Quelle: WHO Regional Office for Europe (2009): WHO Guidelines for Indoor Air Quality: Dampness and Mould. Genf/Kopenhagen: World Health Organization.
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