Annika‘s Geschichte
Hey, hier findest du meine Schimmel Geschichte
Im April 2022 lebten wir in einem Tiny House in Spanien, ohne zu wissen, dass es vermutlich schon verschimmelt war. Nach einer dreieinhalbwöchigen Reise zurück nach Deutschland hatte es in Spanien durchgeregnet. Das komplette Haus war von einer weißen Schimmelschicht überzogen, Wände, Schubladen, Kleidung, Besteck, Spielzeug – einfach alles. Wir haben versucht zu putzen, ohne das Ausmaß zu verstehen. Zum Glück hatten wir einen Wohnwagen, in dem wir geschlafen haben. Meine Kinder und mein Mann waren deshalb nur wenig im Haus. Ich selbst arbeitete jedoch jeden Tag direkt vor der Klimaanlage, und genau die war ebenfalls voller Schimmel. Ich hatte dort immer ein ungutes Gefühl, wusste aber nicht, warum. Innerhalb einer Woche veränderte sich mein Leben komplett. Ich entwickelte unzählige Symptome: Panikattacken, starken Dauerschwindel, bis zu 20-mal täglich Durchfall und Kreislaufzusammenbrüche. Ich war extrem reizempfindlich: Licht, Geräusche und Bildschirme waren kaum auszuhalten. Über ein Jahr lang konnte ich mit meinen Kindern kaum sprechen, weil selbst das zu anstrengend war. Die meiste Zeit lag ich in einem abgedunkelten Zimmer im Bett, habe geweint und verzweifelt versucht herauszufinden, was mit mir passiert war. Ich hatte ständig das Gefühl, sterben zu müssen. Teilweise hatte ich sogar Angst zu schlucken, weil ich dachte, ich könnte ersticken. Wenn ich das Haus betrat, verschlimmerten sich meine Symptome innerhalb weniger Minuten. Am schlimmsten war, dass ich mich völlig alleingelassen fühlte. Fast zwei Jahre bekam ich keine Erklärung für meinen Zustand. Erst ein Heilpraktiker brachte mich auf das Thema Schimmel und veranlasste entsprechende Untersuchungen. Die Werte waren deutlich erhöht, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr in dem Haus wohnten. Heute, vier Jahre später, geht es mir zum Glück deutlich besser. Ich kann wieder arbeiten und am Leben teilnehmen. Aber ich bin noch nicht vollständig gesund. Ich habe weiterhin Fatigue, reagiere auf starken Stress empfindlich und vertrage intensive körperliche Belastung bis heute nur begrenzt. Ich habe in den vergangenen Jahren vieles versucht: medizinische Begleitung, verschiedene Behandlungen, Bindemittel sowie psychotherapeutische Unterstützung, einschließlich Traumatherapie. Die schlimmste Zeit meines Lebens hat mich verändert. Es gab Momente, in denen ich wirklich dachte, ich würde sterben. Heute bin ich dankbar, dass ich wieder etwa 70 bis 80 Prozent meines früheren Lebens zurückgewonnen habe.