Sick-Building-Syndrom erklärt
Sick-Building-Syndrom erklärt
Ein Begriff, der oft fällt, aber selten erklärt wird: Was steckt hinter dem "kranken Gebäude"?
Was ist das Sick-Building-Syndrom (SBS)?
Das Sick-Building-Syndrom bezeichnet eine Häufung unspezifischer Beschwerden bei Menschen, die sich regelmäßig in einem bestimmten Gebäude aufhalten – ohne dass sich eine einzelne, eindeutige Ursache dafür nachweisen lässt. Typisch ist, dass die Beschwerden mit der Zeit im Gebäude auftreten oder zunehmen und sich außerhalb bessern.
Wichtig zur Abgrenzung: SBS ist keine Diagnose im klassischen Sinn, sondern ein Beschreibungsbegriff für ein Muster – anders als etwa eine allergische bronchopulmonale Aspergillose, für die es klare diagnostische Kriterien gibt.
Typische Beschwerden
Mögliche Ursachenfaktoren
Anders als bei einer klar umrissenen Erkrankung wird SBS meist als multifaktorielles Geschehen verstanden – mehrere Faktoren wirken zusammen, statt dass ein einzelner Auslöser die gesamte Symptomatik erklärt:
Verhältnis zu Schimmelbelastungen
Die AWMF-Leitlinie ordnet ODTS (Organic Dust Toxic Syndrome) als eigenständiges, arbeitsplatzbezogenes Krankheitsbild mit ausreichender Evidenz ein – SBS ist davon begrifflich zu unterscheiden, auch wenn Feuchtigkeit und Schimmel zu den möglichen Einzelfaktoren gehören können, die zu einem SBS-artigen Beschwerdebild beitragen. Nicht jedes SBS hat also mit Schimmel zu tun, und nicht jede Schimmelbelastung erzeugt automatisch ein SBS-Bild.
Ein Muster, kein Laborwert
Das Sick-Building-Syndrom lässt sich nicht über einen einzelnen Test bestätigen oder ausschließen. Entscheidend ist die Beobachtung: Bessern sich Beschwerden regelmäßig außerhalb eines bestimmten Gebäudes? Das ist der wichtigste Hinweis – und der Ausgangspunkt für eine gezielte Gebäudeuntersuchung.