Klimawandel und Feuchtigkeit in Gebäuden
Klimawandel und Feuchtigkeit in Gebäuden
Ein Thema, das in der Schimmel-Diskussion noch selten vorkommt, aber absehbar an Bedeutung gewinnen wird.
Zunehmende Starkregenereignisse
Mit steigenden Temperaturen kann die Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen – ein physikalischer Zusammenhang, der in der Klimaforschung gut belegt ist. Das begünstigt einzelne, dafür intensivere Starkregenereignisse anstelle gleichmäßigerer Niederschläge.
Für Gebäude bedeutet das ein höheres Risiko für Wasserschäden durch überlastete Kanalisation, eindringendes Wasser bei Starkregen sowie Hochwasser in bislang als unkritisch eingestuften Lagen.
Hitzeperioden und verändertes Lüftungsverhalten
Bei lang anhaltender Hitze verändert sich häufig auch das Lüftungsverhalten: Fenster bleiben tagsüber geschlossen, um Hitze draußen zu halten, und werden vor allem nachts geöffnet. Das kann in Kombination mit gleichzeitig steigender Luftfeuchtigkeit (etwa in schwül-warmen Nächten) zu ungünstigeren Feuchtebedingungen führen als im gewohnten Lüftungsrhythmus.
Auch der zunehmende Einsatz von Klimaanlagen ist relevant: Schlecht gewartete Klimaanlagen und Kühlsysteme gelten selbst als mögliche Quelle für mikrobielles Wachstum, wenn Kondenswasser nicht ordnungsgemäß abgeführt wird.
Zwei Anpassungstrends treffen aufeinander
Besonders spannend – und in der öffentlichen Debatte noch wenig verknüpft: Klimaanpassung und energetische Sanierung verfolgen teils gegensätzliche bauliche Logiken.
Werden beide Ziele nicht gemeinsam gedacht, drohen – wie bereits im Artikel zur energetischen Sanierung beschrieben – neue Feuchteprobleme durch mangelnden Luftaustausch bei gleichzeitig zunehmend extremeren Wetterlagen.
Ein wachsendes, aber lösbares Thema
Klimaanpassung und Schimmelprävention sind kein Widerspruch – sie erfordern aber, von Anfang an mitgedacht zu werden. Gebäude, die sowohl auf Starkregen als auch auf Hitzeperioden vorbereitet sind, ohne den Luftaustausch zu vernachlässigen, werden mit zunehmendem Klimawandel wichtiger als je zuvor.